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Abgründe I

Grade eben ging ich zur Tankstelle um noch eine nette, leicht verdauliche Abendlektüre zu erwerben. Ich ging also in diese schöne gelbe Stätte der überdeuerten Benzinpreise, suchte mir eine nette Zeitschrift für junge Frauen raus, bezahlte 2 Eoronen und trat den Heimweg an. Gemütlich in meinem Sessel angekommen blätterte ich mich so durch diese Zeitung. Was fand ich: halbnackte, schlecht gekleidete, total überschminkte Frauen (oder solche die es mal waren) die Kleidungsstücke zum Preis eines Kleinwagens trugen, seltsame Beauty-Tipps und mein neues Unwort:

More-Nights-Stand

Nein, es reicht nicht das angepriesen wird, wie toll es doch ist in möglichst kurzer Zeit sich mit möglichst vielen männlichen Wesen zu paaren. Nein, jetzt scheint es auch noch 'In' zu sein sich öfter vom Gleichen benutzen (ja, ich schreibe 'benutzen'!) zu lassen. Es scheint wirklich im Trend zu sein, sich als Frau benutzen zu lassen, sich auf das Wesentliche reduzieren zu lassen und das auch noch mit dem guten Gefühl  im Trend zu liegen, zu tun. Beziehungen und Liebe sind out. Großartig. Zum Glück interessiert mich Mainstream nicht.

Hallo, in was für einer Welt leben wir eigentlich?

2 Kommentare 16.1.07 20:35, kommentieren

Der Tag an dem der Adler fliegen lernte

Die Evolution ist eine feine Sache. Alles ist von der Natur praktisch und wundervoll zugleich eingerichtet worden. Alles hat seinen Sinn, seinen Zweck, seine Bestimmung und Alles hat etwas, was dem anderen einen kleinen Schubs gibt um es vorran zu bringen und es so zu einem großen Ganzen werden läßt. Bei den Vögeln ist es ein besonders bemerkenswertes Schauspiel. Die Mutter schubst ihr Küken aus dem Nest damit es fliegen lernt. Damit es die Welt und alles Schöne was sich in ihr verbirgt betrachten kann. Weder díe Mutter noch das Küken denkt an das Risiko abzustürzen. Es fliegt in die große weite Welt hinaus ohne Bedenken, ohne Angst und es geniesst diese Freiheit. Eine wunderbare Einrichtung der Natur.

Damit wäre mal wieder bewiesen, dass wir Menschen eine absolute Fehlkonstruktion sind. Wir können nicht einfach fliegen, selbst wenn man uns aus dem Nest prügelt. Anstatt einfach die Flügel auszubreiten fallen wir lieber auf die Schnauze und ärgern und hinterher darüber. Immer und immer wieder. Leider.

So ging es mir jahrelang. Ich habe nie meine Flügel ausgebreitet, weil ich nicht mal wusste das ich welche habe. Ich habe mich oft gefragt an was das liegen könnte. Aus Angst zu fallen, die Freiheit wieder zu verlieren, den Boden unter den Füßen zu verlieren?

Vor 3 Wochen habe ich meine Flügel gefunden und wurde aus dem Nest geschubst. Ich kann nun endlich fliegen. Ich sehe diese Welt und alle ihre Wunder ohne Angst zu fallen. Ich fliege lächelnd mit dem Wissen aufgefangen zu werden.

In der Natur geht alles von selbst, nur Menschen brauchen manchmal Starthilfe.

Danke.

27.1.07 18:15, kommentieren